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Amazon - Erneute Streiks für einen Tarifvertrag

Amazon - Erneute Streiks für einen Tarifvertrag

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat gestern (28.9.) bei Amazon in Rheinberg und Werne erneut zum Streik aufgerufen. Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft wollen für die harte Arbeit bei dem weltweit größten Versandhändler eine angemessene Bezahlung und die Sicherheit durch einen Tarifvertrag durchsetzen. Die Streiks werden bis Samstagabend (30.9.) andauern.

„Wenn heute bundesweit das neue FIFA-Spiel des Spieleherstellers Electronic Arts erscheint, will sich Amazon erneut als Freund der Spielerinnen und Spieler präsentieren und garantiert eine Lieferung am Erscheinungstermin. Das wollen wir in Frage stellen. So wie viele Spielerinnen und Spieler auf die Auslieferung des neuen FIFA-Spiels warten, warten die Beschäftigten auf faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen,“ so die Landesbezirksfachbereichsleiterin für den Handel bei ver.di in NRW, Silke Zimmer.

Für sie ist das Erscheinungsdatum des Spiels eine gute Gelegenheit, erneut auf die Situation der Beschäftigten bei Amazon aufmerksam zu machen. „Die Beschäftigten streiken für faire Regeln an ihrem Arbeitsplatz. Ein Tarifvertrag ist ein Regelwerk für die Arbeitswelt. Ohne ein gutes Regelwerk funktioniert kein Fußballspiel und auch keine gute Arbeit“, so Zimmer.

Der US-Konzern behauptet, seine Versandzentren in Deutschland seien „Logistikunternehmen“. Man sei kein Händler sondern Logistiker. Amazon orientiert sich nach eigenen Angaben an der Bezahlung der Logistikbranche. Konkret bedeutet das für die rund 10.000 Beschäftigten im Vergleich zu tarifgebundenen Versandunternehmen geringere Vergütung, massive Einbußen bei den Zuschlägen (Überstunden, Feiertag, Nacht, Sonntag), weniger Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Nach Ansicht der Gewerkschaft ver.di ist Amazon aber ein klassisches Handelsunternehmen, denn Logistikunternehmen verkaufen gemeinhin keine Waren an Kunden. Ver.di fordert dementsprechend von Amazon eine Bezahlung gem. der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Seit geraumer Zeit streiken Amazon-Arbeitnehmer/innen in mehreren Versandzentren. Amazon lehnt bislang die Aufnahme von Tarifverhandlungen ab.

Quelle: Ver.di NRW

 

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