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Ausstellung „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“ in Wuppertal eröffnet!

Ausstellung „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“ in Wuppertal eröffnet!

Talkrunde bei der Ausstellungseröffnung in Wuppertal
Talkrunde bei der Ausstellungseröffnung in Wuppertal

Wanderausstellung auf Tournee! Ab dem 03. August 2015 präsentiert die Regionalagentur Bergisches Städtedreieck im Lichthof des Rathauses Wuppertal die Ausstellung „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“. In der Ausstellung erhalten die Besucherinnen und Besucher Informationen und Praxisbeispiele zu den Themen Minijobs, Leiharbeit und faire Löhne. Anlässlich der Ausstellungseröffnung fand am Montag moderiert von Christiane Rüffer (Radio Wuppertal) eine Diskussionsrunde zu den Themen „Leiharbeit“ und „Mindestlohn“ statt.

Dabei beklagte Silke Hoffmann von der „Hotline Zeitarbeit“ die nach wie vor große Zahl von Rechtsverstößen bei der Leiharbeit.  Zeitarbeit kann aber  auch eine Brücke in den Arbeitsmarkt sein, wie Wilhelm Oberste-Beulmann von der Geschäftsführung der START Zeitarbeit NRW GmbH anschaulich darstellte. Über 40.000 arbeitslose Menschen hat START seit der Gründung 1985 bislang eingestellt und einen Großteil davon in feste Arbeit vermittelt. Auch für Holger te Heesen, Geschäftsführer der ABC Logistik GmbH aus Düsseldorf, stand die Brückenfunktion bei der Zeitarbeit im Vordergrund. Sein Unternehmen rekrutiert das Stammpersonal überwiegend aus der Zeitarbeit. Trotz dieser positiven Beispiele sah Guido Grüning, der Vorsitzende des DGB Stadtverbandes Wuppertals, nach wie vor die Tendenz bei vielen Unternehmen, Stammbeschäftigten  durch Leiharbeiter zu ersetzen, um dadurch Kosten zu sparen. Deshalb ist es seiner Meinung nach unabdingbar, dass Leiharbeitnehmer das gleiche Geld wie die Stammbeschäftigten erhalten.

Arnd Krüger, Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft Wuppertal, sah in der Zeitarbeit kein Thema für das Handwerk. Er wies auf den drohenden Fachkräftemangel hin und forderte noch mehr Anstrengungen, um bislang gering qualifizierte Menschen weiter zu qualifizieren, damit die Betriebe auch künftig ausreichend Personal finden. Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal,  erklärte in diesem Zusammenhang, dass seitens der Agentur ausreichend Mittel für abschlussbezogene Qualifizierungen zur Verfügung stehen. „Wir brauchen dafür aber auch motivierte Menschen, die die Ausbildung durchhalten“, so Wolf.

Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender der Jobcenter Wuppertal AöR, beklagte die große Zahl der sog. „Aufstocker“ in seiner Region. Über 9.000 Menschen  müssen in Wuppertal trotz Arbeit ergänzende Leistungen des Jobcenters in Anspruch nehmen, um über die Runden zu kommen. „Wir müssen mal darüber nachdenken, ob unser Lohngefüge richtig ist“, so Lenz.

Ähnlich sah es die Landesschlichterin, Anja Weber. Für sie ist der Mindestlohn ein wichtiger Meilenstein, auf dessen Grundlage die Sozialpartner wieder bessere Tarifverträge vereinbaren können.  Es sei Aufgabe der Tarifparteien, faire Löhne auszuhandeln. „Faire Arbeit bedeutet für mich Tarifverträge auf Augenhöhe!“, so Anja Weber in ihrem Schlusswort.

Die Ausstellung wird noch bis zum 15.08.15 im Wuppertaler Rathaus gezeigt.

 

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