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Ausstellung „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“ zu Gast in Bochum

Ausstellung „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“ zu Gast in Bochum

In seinem Impulsvortrag bei der Eröffnungsveranstaltung am 12. Januar 2016 unterstrich der ehemalige NRW Arbeitsminister Guntram Schneider, dass „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“ ein Projekt der NRW Landesregierung ist, das einen langen Atem erfordert und eine permanente Aufgabe darstellt. Schneider hob die Bedeutung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns hervor, den er dennoch nur für die zweitbeste Lösung hält. „Die beste Lösung“, so der Arbeitsminister a.D.,“ ist nach wie vor ein funktionierendes Tarifvertragssystem“. Dringenden Regelungsbedarf sieht Schneider beim Thema „Werkverträge“. Die NRW Landesregierung hat dazu bereits im Frühjahr 2014 umfassende Vorschläge vorgelegt, wie diese Beschäftigungsform „zivilisiert“ werden kann.

In der anschließenden Talkrunde, die von der freien Journalistin Katja Leistenschneider moderiert wurde, ging es weiter um faire Arbeit, fairen Wettbewerb und dabei vor allem um die Themen Minijobs und Leiharbeit. Eva-Maria Kerkemeier, DGB Stadtverbandsvorsitzende Bochum, erklärte, dass vor allem in kleinen Unternehmen und Branchen wie dem Reinigungsgewerbe und der Gastronomie missbräuchlich mit Minijobs gearbeitet werde. In den Branchen, in denen es ordentliche Tarifverträge gibt, werden Arbeitnehmerrechte auch eingehalten. Auch Eric Weik, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet, wünschte sich in vielen Fällen Alternativen zu den Minijobs. Faire Arbeitsverhältnisse führen seiner Meinung nach zu besseren Arbeitsergebnissen, deshalb sind Information und Aufklärung der Unternehmen nach wie vor wichtig. Für Kreishandwerksmeister Johann Philipps sind menschenwürdige Arbeit und eine existenzsichernde Entlohnung aus Handwerksicht selbstverständlich. Das Handwerk ist von dem Thema „Minijobs“ kaum betroffen, aber auch Philipps sah die Notwendigkeit, den Arbeitgebern Alterativen aufzuzeigen.

Die gibt es auch, so Barbara Molitor, zuständige Referatsleiterin im NRW Arbeitsministerium. In der Region Dortmund/Unna ist es in den Branchen Einzelhandel, Gastronomie und Gebäudereinigung in nennenswertem Umfang gelungen, Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umzuwandeln. In einer gemeinsamen Aktion von Verbänden, Gewerkschaften, der Wirtschaftsförderung und anderen Akteuren wurden für die drei Branchen Handlungshilfen entwickelt, die für die Unternehmen eine Vorteilsübersetzung enthalten, Minijobs umzuwandeln. Das, so Barbara Molitor, könnte eine Anregung für die Region Mittleres Ruhrgebiet sein, ein ähnliches Bündnis zu initiieren. Ein Vorschlag, der vom IHK Vertreter („Da mach ich gerne mit!“) schnell aufgegriffen wurde.

Die Runde endete mit dem Ausblick auf die neuen Herausforderungen durch die zunehmende Digitalisierung und dem Fazit: Die Frage, wie können wir Arbeit künftig gut und fair organisieren, bleibt eine permanente Aufgabe.

Die Ausstellung wird noch bis zum 21.01.2016 im Foyer der VHS Bochum gezeigt.

Im Rahmen der Ausstellung finden fünf Fachveranstaltungen statt. Das Programm finden Sie hier.

 

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