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Bilanzfachtagung „Zehn Jahre Service Hotline Zeitarbeit und Werkvertrag“

Bilanzfachtagung „Zehn Jahre Service Hotline Zeitarbeit und Werkvertrag“

Seit zehn Jahren berät die Service Hotline Zeitarbeit und Werkvertrag zu allen Fragen rund um die Themen Leiharbeit und Werkverträge. Bild: TBS NRW
Fachtagung der Service Hotline Zeitarbeit und Werkvertrag vl: Minister Karl-Josef Laumann, Anja Weber (DGB NRW), Dr. Jürgen Grumbach (TBS NRW) Bild: Joe Kramer

Seit 10 Jahre berät die TBS NRW im Rahmen der „Service Hotline Zeitarbeit und Werkvertrag“ Beschäftigte in der Leiharbeit, Betriebs- und Personalräte sowie Arbeitsvermittler/innen zu allen Fragen rund um die Themen Leiharbeit und Werkvertrag. Im Rahmen der Bilanzfachtagung „Reformen in der Zeitarbeit – Ist der Missbrauch jetzt eingedämmt?“ am 13.11.18 in Düsseldorf würdigte NRW Arbeitsminister Karl-Josef Laumann die Arbeit der Hotline und erinnerte daran, dass die NRW Landesregierung gemeinsam mit dem DGB NRW dieses Angebot ins Leben gerufen hat, um Leiharbeit in NRW fair zu gestalten.

Mittlerweile, so der Minister, habe sich die Leiharbeit positiv weiterentwickelt, weil es nahezu flächendeckend Tarifverträge mit den DGB Gewerkschaften gibt. Dennoch, so Laumann mit Blick auf die Fleischindustrie und das Transportgewerbe, gebe es nach wie vor Missbrauch, Ausbeutung und Lohndumping in der Leiharbeit. Er sei deshalb fest entschlossen, die Beratungsstrukturen für faire Arbeit in NRW weiter auszubauen.

Die Vorsitzende des DGB NRW, Anja Weber, betonte in ihrem Grußwort, dass das Gesetz zur Reform der Leiharbeit einen Kompromiss darstellt. Das gravierendste Problem ist, so Anja Weber weiter, dass sich die Regelungen auf die Leiharbeitnehmer/innen und nicht auf die Arbeitsplätze beziehen. So kommt es dazu, dass die Leiharbeit nicht zur Abdeckung von Arbeitsspitzen sondern als Ersatz für reguläre Arbeit weiter zunimmt. Deshalb müsse auch die Arbeit der Service Hotline weitergehen. Solange es Missbrauch gibt, so Anja Weber, braucht es auch Beratung.

Die Beraterinnen und Berater der Service Hotline blickten anschließend unterhaltsam auf die verschiedenen Projektphasen in den vergangenen zehn Jahren zurück. Dabei wurde deutlich, dass viele Beratungsthemen (Kündigungen, Fahrtkostenerstattung, falsche Eingruppierung, Überstunden, Arbeitszeitkonten) in der ganzen Zeit gleich geblieben sind.

Christian Iwanowski von der IG Metall Bezirksleitung NRW stellte in seiner Einschätzung der Marktsituation klar, dass Rechts- und Tarifverstöße in der Leiharbeit nach wie vor an der Tagesordnung sind. Er sieht den Markt geteilt in die Gruppe der Helfer und der Facharbeiter. Probleme gibt es seiner Meinung nach vor allem im Helferbereich. Da ist das Gesetz, so Iwanowski, was den Arbeitnehmerschutz angeht, nach wie vor eine Mogelpackung.

Aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Zeitarbeit präsentierte Ilona Mirtschin, Referentin bei der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse der rund 1 Million Zeitarbeitnehmer/innen dauern weniger als drei Monate. Beschäftigte in der Zeitarbeit haben ein hohes Arbeitslosigkeitsrisiko und verdienen nach wie vor deutlich weniger als regulär Beschäftigte. Chancen bietet die Leiharbeit, so Mirtschin, geflüchteten Menschen. Von ihnen haben 2017 55.00 (2016 18.000) eine Beschäftigung in der Zeitarbeit gefunden.

Die Fachtagung wurde am Nachmittag mit drei Workshops und einer Podiumsdiskussion fortgesetzt.

Einen ausführlichen Tagungsbericht finden Sie hier.

 

Bildimpressionen der Fachtagung - Bilder: Joe Kramer

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