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Fair und legal gegen billig und schwarz

Fair und legal gegen billig und schwarz

Viele Bau- und Ausbauunternehmen wollen und können nicht mehr arbeiten in einer Atmosphäre von Billiglohn, illegaler Beschäftigung, Scheinselbstständigkeit und Schwarzarbeit. Die Baukonjunktur brummt, aber die Baupreise sind im Keller. Heimische Firmen mit auskömmlichen Stundenverrechnungssätzen haben vergleichsweise schlechte Chancen im Wettbewerb.

Peter Geese zum Beispiel, Bauunternehmer aus Oberhausen, hat "die Faxen dicke" davon, welchen volkswirtschaftlichen Schaden der Preiskampf und Sozialbetrug in seiner Branche anrichten. Nicht nur, dass von der Schattenwirtschaft keine Steuern und Sozialbeiträge gezahlt werden: "Wer soll denn ausbilden, wenn nur noch die Nachunternehmer mit Billiglöhnen überleben?", fragt Geese.

Gemeinsam mit Kollegen vom Initiativkreis Handwerk Oberhausen hat er ein Projekt für faire Arbeit am Bau angestoßen. Die Unternehmer haben es geschafft, die Stadt Oberhausen, die Kreishandwerkerschaft, die Ordnungsbehörden, die Kassen, die Arbeitsagentur und die Kirchen als Partner zu gewinnen. Sie wollen zeigen, dass es sich auf Dauer nicht rechnet, die Aufträge nur an den billigsten statt an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben. "Die Arbeitsbedingungen haben sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert", sagt Peter Geese, der mit seinem Bruder Ralf ein Unternehmen mit 80 Mitarbeitern leitet.

Vor drei Jahren gab es ein Gespräch mit der Handwerkskammer Düsseldorf und den Baugewerblichen Verbänden über ein "Erste-Hilfe-Heft" für Bürgermeister zur Auftragsvergabe. Daraus wurde ein vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW und dem Europäischen Sozialfonds unterstütztes Forschungsprojekt, das am Beispiel der Stadt Oberhausen Lösungsansätze erarbeitet hat.

Die Ergebnisse der Technischen Hochschule RWTH Aachen liegen jetzt in Form einer 45 Seiten starken Broschüre auf dem Tisch. Die Akteure hoffen, dass die darin aufgezeigten Wege gegen Arbeit im Grau- und Schwarzbereich über Oberhausen hinaus Wirkung zeigen.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Die Broschüre "Hilfsmittel für faire Arbeit am Bau" finden Sie hier.

 

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