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Fall des Monats – Betrug beim Urlaubsgeld und der Soka-Bau

Fall des Monats – Betrug beim Urlaubsgeld und der Soka-Bau

Seit 2014 werden im Rahmen des Projektes "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!" Beschäftigte aus Osteuropa erfolgreich beraten. Bild: AuL NRW
Seit 2014 werden im Rahmen des Projektes "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!" Beschäftigte aus Osteuropa erfolgreich beraten. Bild: AuL NRW

Seit 2014 werden im Rahmen des Projektes „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!“ von „Arbeit und Leben NRW“ und des Projekts „Faire Mobilität“ vom DGB in NRW Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Osteuropa muttersprachlich beraten und bei der Durchsetzung gerechter Löhne und fairer Arbeits- und Lebensbedingungen unterstützt. Dazu sind Beratungsstellen in Dortmund, Düsseldorf und Rheda-Wiedenbrück eingerichtet.

Wir werden ab sofort an dieser Stelle Einzelschicksale aus der Beratungsarbeit der Projekte vorstellen. Die Fälle sind beispielhaft für die Praktiken vieler Unternehmen im Umgang mit Beschäftigten aus Osteuropa. Mit Unterstützung der Beratungsstellen und der zuständigen Einzelgewerkschaft konnte in den meisten Fällen den Beschäftigten geholfen werden, erfolgreich ihre Rechte geltend zu machen.

Fall des Monats – Betrug beim Urlaubsgeld und der Soka-Bau

Ende September 2017 meldete sich ein Bauarbeiter aus der Region Köln-Bonn  bei der Beratungsstelle in Düsseldorf mit der Bitte um Unterstützung bei den Themen Urlaubsgeld, Soka-Bau (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft) und Überstundenvergütung. Der Ratsuchende hatte vor kurzem einen Kontoauszug seitens der Soka-Bau erhalten, den er nicht verstanden hat.

Der Mann hat von März 2016 bis September 2017 bei einer deutschen Baufirma gearbeitet und wurde dort anscheinend regulär beschäftigt. Im schriftlichen  Arbeitsvertrag waren eine Vollzeitbeschäftigung mit einer angemessenen tariflichen Vergütung sowie die Anzahl der Urlaubstage vereinbart worden.

Allerdings musste der Mann vor jedem Urlaub ein fragwürdiges Dokument unterschreiben, das ihm gegenüber als „Urlaubsantrag“ deklariert worden war, von dem er aber auch nie eine Kopie erhielt. In Wirklichkeit hatte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis vor jedem Urlaub durch Selbstkündigung beendet und dadurch die Sozialversicherungsbeiträge und das Urlaubsentgelt eingespart.

Darüber hinaus waren auf den Lohnabrechnungen Urlaubstage verbucht, die nie gewährt und in Anspruch genommen worden waren. So konnte das Unternehmen aus der Soka-Bau die Urlaubsabgeltung abbuchen, ohne dass das Geld an den Beschäftigten ausgezahlt wurde.

Mit Hilfe der Beratungsstelle konnten mit der Soka-Bau die Ansprüche des Beschäftigten geklärt werden. Mit Unterstützung einer Anwaltskanzlei wird er gegenüber dem Unternehmen die Abgeltung der nicht gewährten Urlaubstage und seiner Überstunden einfordern. Das Arbeitsverhältnis mit dem Unternehmen wurde nicht fortgesetzt.

 

 

 

 

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