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Fall des Monats - Logistik-Branche: Rumänischer Paketzusteller wird um seinen Lohn betrogen!

Fall des Monats - Logistik-Branche: Rumänischer Paketzusteller wird um seinen Lohn betrogen!

Seit 2014 werden Beschäftigte aus Osteuropa im Rahmen des Projektes "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!" beraten. Bild: AuL NRW
Seit 2014 werden Beschäftigte aus Osteuropa im Rahmen des Projektes "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!" beraten. Bild: AuL NRW

Seit 2014 werden im Rahmen des Projektes „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!“ von „Arbeit und Leben NRW“ und des Projekts „Faire Mobilität“ vom DGB in NRW Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Osteuropa muttersprachlich beraten und bei der Durchsetzung gerechter Löhne und fairer Arbeits- und Lebensbedingungen unterstützt. Dazu sind Beratungsstellen in Dortmund, Düsseldorf und Rheda-Wiedenbrück eingerichtet.

Wir berichten an dieser Stelle über Einzelschicksale aus der Beratungsarbeit der Projekte. Die Fälle sind beispielhaft für die Praktiken vieler Unternehmen im Umgang mit Beschäftigten aus Osteuropa. Mit Unterstützung der Beratungsstellen und der zuständigen Einzelgewerkschaft konnte in den meisten Fällen den Beschäftigten geholfen werden, erfolgreich ihre Rechte geltend zu machen.

Fall des Monats - Logistik-Branche: Rumänischer Paketzusteller wird um seinen Lohn betrogen!

Vor eineinhalb Jahren ist Stefan B.C. aus Rumänien zu seiner Freundin nach Düsseldorf gezogen. Über ein Kleinanzeigenportal fand er eine Anstellung bei einem Paketdienst, der als Subunternehmer für Amazon tätig war. Eigene Kuriere beschäftigt Amazon nicht. Der Arbeitsvertrag versprach 10 € Lohn pro Stunde bei einer 48 Stunden Woche und einem täglichen Pensum von mindestens 120 Paketen.

Die Realität sah anders aus. Stefan B.C. fuhr jeden Morgen um 09.00 Uhr von Düsseldorf zum Amazon Lager nach Köln Chorweiler, belud dort sein Auto und begann dann die Auslieferung von 120 – 200 Paketen, einem Arbeitspensum, das kaum zu bewältigen war. Täglich war er mehr als 12 Stunden unterwegs. Dafür erhielt er in dreieinhalb Monaten lediglich 1.500 € ausgezahlt. Der Rest käme später. Weil sein Arbeitgeber ihn immer wieder vertröstete, kündigte er den Job. Auf seinen restlichen Lohn wartete er vergebens. Rückfragen beim Arbeitgeber blieben ohne Ergebnis.

Stefan B.C. wandte sich an die Beratungsstelle des Projektes „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!“ in Düsseldorf. Beraterin Catalina Guia ermittelte mit ihm aus den vorliegenden Unterlagen, dass ihm noch 4.000 € an Lohn zustehen. Für sie ist der Fall kein Einzelfall. Immer wieder hat sie es in ihrer Beratungspraxis mit Paketfahrern zu tun, die von Subunternehmern großer Online Versandhändler um ihren Lohn betrogen werden. Gerade in der Vorweihnachtszeit häufen sich diese Fälle, weil dann das Versandgeschäft Hochkonjunktur hat.

Inzwischen hat Stefan B.C. Klage eingereicht, bei der er von der Beratungsstelle weiter unterstützt und begleitet wird.

 

 

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