Schnellzugriff

Fall des Monats: Polnische Arbeitnehmerin wehrt sich erfolgreich gegen fristlose Kündigung!

Fall des Monats: Polnische Arbeitnehmerin wehrt sich erfolgreich gegen fristlose Kündigung!

Arbeitnehmer*innen aus Osteuropa werden durch das Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" in NRW beraten. Bild AuL NRW
Arbeitnehmer*innen aus Osteuropa werden durch das Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" in NRW beraten. Bild AuL NRW

Seit 2014 werden im Rahmen des Projektes „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!“ von „Arbeit und Leben NRW“ und des Projekts „Faire Mobilität“ vom DGB in NRW Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Osteuropa muttersprachlich beraten und bei der Durchsetzung gerechter Löhne und fairer Arbeits- und Lebensbedingungen unterstützt. Dazu sind Beratungsstellen in Dortmund, Düsseldorf und Rheda-Wiedenbrück eingerichtet.

In unserer Rubrik „Fall des Monats“ stellen wir Einzelschicksale aus der Beratungsarbeit der Projekte vor. Die Fälle sind beispielhaft für die Praktiken vieler Unternehmen im Umgang mit Beschäftigten aus Osteuropa. Mit Unterstützung der Beratungsstellen und der zuständigen Einzelgewerkschaft konnte in den meisten Fällen den Beschäftigten geholfen werden, erfolgreich ihre Rechte geltend zu machen.

Fall des Monats: Logistikbranche – polnische Arbeitnehmerin wehrt sich erfolgreich gegen fristlose Kündigung!

Ende Januar erschien eine polnische Arbeitnehmerin in der Beratungsstelle des Projektes „Faire Mobilität“ in Rheda-Wiedenbrück. Sie arbeitete in der Lager-Logistikbranche und war bis zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Arbeit sehr zufrieden.

Im Dezember war sie mehrfach krank gewesen und hatte sich arbeitsunfähig gemeldet. Durch eine polnisch sprechende Verwaltungsmitarbeiterin in der Buchhaltung war ihr daraufhin mitgeteilt worden, dass sie Schwierigkeiten bekäme, wenn sie sich weiter krank meldet. Häufige Krankmeldungen würden nicht gerne gesehen. Als sich die Arbeitnehmerin erneut korrekt krank meldete, kam für sie die Überraschung:

Der Arbeitgeber weigerte sich den Dezemberlohn zu zahlen und vom Januarlohn wurde eine Vertragsstrafe von 750 € abgezogen. Zudem erhielt die Arbeitnehmerin die fristlose Kündigung.

In der Beratungsstelle wurden mit der Arbeitnehmerin und ihrem Mann ihre Ziele und Handlungsoptionen eingehend erörtert. Sie wollte die Auszahlung des Dezemberlohns, die Rücknahme der Vertragsstrafe und die Umwandlung der fristlosen in eine fristgerechte Kündigung. Ihr wurde daraufhin geraten, zur Rechtsantragsstelle des Arbeitsgerichts in Bielefeld zu gehen und Klage gegen die fristlose Kündigung und die Vertragsstrafe einzureichen. Darüber hinaus sollte sie  einen Beratungshilfeschein und eine(n) Dolmetscher(in) beantragen. Ein paar Wochen, nachdem sie die Klage eingereicht hatte, kam vom Gericht die Einladung zu einem Gütetermin mit der Zusage, dass ein Dolmetscher anwesend sein wird. Beim Gütetermin erlebte die Arbeitnehmerin die zweite Überraschung:

Der ehemalige Arbeitgeber hat eingelenkt und ihren Forderungen in vollem Umfang zugestimmt.

Die Arbeitnehmerin war sehr erleichtert, dass sie ohne großen Aufwand mit Unterstützung der Beratungsstelle ihre Forderungen durchsetzen konnte.

 

Zurück