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Fall des Monats – Zimmerreinigung in Luxushotels im Rheinland

Fall des Monats – Zimmerreinigung in Luxushotels im Rheinland

Zwischenbilanzveranstaltung des Projektes "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!" Bild: AuL NRW
Zwischenbilanzveranstaltung des Projektes "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!" Bild: AuL NRW

Seit 2014 werden im Rahmen des Projektes „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!“ von „Arbeit und Leben NRW“ und des Projekts „Faire Mobilität“ vom DGB in NRW Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Osteuropa muttersprachlich beraten und bei der Durchsetzung gerechter Löhne und fairer Arbeits- und Lebensbedingungen unterstützt. Dazu sind Beratungsstellen in Dortmund, Düsseldorf und Rheda-Wiedenbrück eingerichtet.

Wir werden ab sofort an dieser Stelle Einzelschicksale aus der Beratungsarbeit der Projekte vorstellen. Die Fälle sind beispielhaft für die Praktiken vieler Unternehmen im Umgang mit Beschäftigten aus Osteuropa. Mit Unterstützung der Beratungsstellen und der zuständigen Einzelgewerkschaft konnte in den meisten Fällen den Beschäftigten geholfen werden, erfolgreich ihre Rechte geltend zu machen.

FALL DES MONATS – ZIMMERREINIGUNG IN LUXUSHOTELS IM RHEINLAND

Zwei rumänische Beschäftigte wandten sich Ende 2016 an die Beratungsstelle des Projektes "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!"  in Düsseldorf mit der Bitte um Unterstützung. Sie arbeiteten seit 2014 für verschiedene Unternehmen im Zimmerreinigungsservice von Luxushotels in Düsseldorf und Essen. Die Reinigungsfirmen in dieser Branche sind weitestgehend vernetzt und tauschen regelmäßig die Beschäftigten untereinander aus, so dass sie ständig die Möglichkeit haben, innerhalb der Probezeit zu kündigen. Beiden Beschäftigten war ein Arbeitsvertrag versprochen worden, sie arbeiteten den ersten Monat aber „schwarz“ und waren nicht sozialversichert. Sie erhielten das Geld für den Monat bar ausgezahlt und eine Lohnabrechnung mit der Auszahlungssumme „Null“. Nachdem sie einen Vertrag erhalten hatten, arbeiteten sie mit der Vorgabe, 3 – 3,5 „Neuzimmer“ pro Stunde zu reinigen. Diese Vorgabe ist nicht umsetzbar, da „Neuzimmer“ immer von Grund auf gereinigt werden müssen. Die täglichen Arbeitsstunden wurden erfasst und durch den Vorgabeschlüssel geteilt, so dass sich der reale Stundenlohn deutlich verringerte. Lohnfortzahlung an Feier- oder Urlaubstagen fand nicht statt, Zuschläge für Wochenend- und Nachtarbeit wurden nicht gezahlt. Mittlerweile haben beide Beschäftigte selber gekündigt und den Arbeitgeber auf Zahlung der ausstehenden Lohnanteile verklagt.

Mit Hilfe der Beratungsstelle konnten sie anhand ihrer Stundenzettel eine genaue Aufstellung ihrer Forderungen machen. Die Beratungsstelle organisierte eine  Rechtsanwältin und die Prozesskostenhilfe für den anstehenden Arbeitsgerichtsprozess. Der Kammertermin ist für Juni angesetzt, die Betreuung durch die Beratungsstelle geht solange weiter.

Diese und ähnliche Praktiken sind im Reinigungsgewerbe bei der Zimmerreinigung von Hotels  inzwischen weit verbreitet. Die Ausbeutung und illegale Beschäftigung von Menschen aus Osteuropa ist in dieser Branche zu einem lukrativen Geschäftsmodell geworden.

Weitere Informationen zum Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!" finden Sie hier.

 

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