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G.I.B. Info 1_2018 – Crowdworking und Plattformökonomie

G.I.B. Info 1_2018 – Crowdworking und Plattformökonomie

Wie die Plattformökonomie unsere Arbeit verändert

Digitale Plattformen sind längst Teil unseres Alltagsleben: Google als Suchmaschine führt Anbieter und Nachfrager von Informationen zusammen, Ebay ist zum weltweit größten Online-Marktplatz geworden. Zunehmend werden Plattformen aber auch dazu genutzt, Arbeitgeber und Beschäftigte zueinander zu bringen. Vergeben werden Miniaufträge wie Texte korrigieren, kleine Programme schreiben, Bilder und Filme verschlagworten; aber auch bei der Entwicklung einer Filiale der Zukunft für die Deutsche Bank oder einer Cargo-Drohne setzen Internetportale auf die „wisdom of crowds“, die Weisheit der vielen. Die Vergabe von Aufträgen über Plattformen bringt eine neue Art der Beschäftigung hervor: das Crowdworking oder Crowdsourcing.

Digitale Plattformen sind längst Teil unseres Alltagslebens. Wir sprachen mit Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani vom Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin über die Ursprünge der Plattform­ökonomie, die Motive der Crowdworker und potenzielle Folgen.

Crowdwork nutzt die Weisheit der vielen. Bundesweit bearbeiten mehr als eine Million Menschen auf 32 Online-Plattformen nicht nur Kleinstaufgaben, sondern auch spannende Projekte. Prof. Dr. Jan Marco Leimeister, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Direktor am Forschungszentrum für Informationstechnikgestaltung (ITeG) der Universität Kassel, spricht in unserem Interview über die Ergebnisse der Studie, mit der er und sein Team das weltweite Phänomen der Plattformökonomie im letzten Jahr in Deutschland untersucht haben.

Ist Crowdwork ein vorübergehendes Phänomen oder ein wichtiges und nachhaltiges Thema für die Gewerkschaften? Karl-Heinz Brandl, Leiter des Bereichs „Innovation und Gute Arbeit“ bei der ver.di Bundesverwaltung, und Sarah Bormann, Mitarbeiterin im ver.di-Projekt Cloud & Crowd, sprechen in unserem Interview über Details und Hintergründe der Plattformökonomie, über die Abgrenzung zwischen Soloselbstständigen und Scheinselbstständigkeit, aber auch über die zukünftige Ausrichtung von ver.di in der digitalen Welt.

Flexible Arbeitszeiten, mal schnell einen Auftrag am Laptop erledigen – von zu Hause aus oder noch besser auf der Liege am Strand. Willkommen bei Mylittlejob! 2012 gründeten Daniel Barke und Marlon Litz-Rosenzweig mit Anfang zwanzig die Online-Plattform Mylittlejob in Hamburg. Die Idee: Unternehmen schreiben über die Plattform Mylittlejob bestimmte Aufgaben aus, die dann von Studierenden online erledigt werden. Mittlerweile zählen die beiden Gründer Unternehmen wie EDEKA, DHL und Bertelsmann zu ihren Kunden, machen siebenstellige Umsätze und expandierten in die USA. 230.000 Studierende und 8.000 Unternehmen sind heute auf dem Portal aktiv. Wie die Idee der Gründung entstand und die Plattform funktioniert, welche Hindernisse die Gründer überwinden mussten und wie die Zukunft solcher Plattformen aussehen könnte – darüber sprachen wir mit einem der Gründer, Daniel Barke.

Als Online-Plattformen organisierte Essenszulieferer wie „Foodora“ oder „Deliveroo“ sind mit ihren Kurieren Teil der Plattformökonomie. Sie übernehmen die gesamte Lieferlogistik für Restaurants und kassieren dafür eine Provision. Eine zentrale Rolle spielen dabei Apps. In der Kritik stehen die Arbeitsverhältnisse und die Arbeitsbedingungen der Kuriere. Bei „Foodora“ in Köln wurde im vergangenen Jahr mit Unterstützung der NGG ein Betriebsrat installiert – bundesweit der erste in dieser Branche.

Die sogenannte Gig-Economy verspricht flexible Arbeit – etwa für Reinigungskräfte, Lieferboten und Texter. Die Jobs sind schnell übers Smartphone gefunden. Aber auch unsicher und schlecht bezahlt, wie der Journalist Bernd Kramer nach einem Selbstversuch feststellen musste.

Das G.I.B. Info online finden Sie hier.

 

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