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Großrazzia gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe

Großrazzia gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe

Durch organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe entstehen Millionenschäden für die Steuer- und Sozialkassen. Bild: Zoll
Durch organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe entstehen Millionenschäden für die Steuer- und Sozialkassen. Bild: Zoll

Im Kampf gegen organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe hat es am Dienstag eine NRW-weite Großrazzia gegeben. In mehreren Städten Nordrhein-Westfalens wurden von Polizei, Steuerfahndung und Zoll insgesamt rund 140 Objekte durchsucht. Darunter waren Wohnungen und Geschäftsräume unter anderem in Düsseldorf, Erkrath, Wuppertal und Bochum. An dem Einsatz waren auch Spezialeinheiten wie die GSG 9 beteiligt.

Polizei und Zoll haben dabei acht Tatverdächtige festgenommen. Sie stammen aus Südosteuropa, Israel und Deutschland. Ihnen wird vorgeworfen, ein Geflecht aus Scheinfirmen aufgebaut zu haben. Über Strohmänner sollen sie 14 Service-Firmen betrieben haben, die durch Scheinrechnungen knapp 50 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet haben sollen.

Der Steuer- und Sozialversicherungsschaden liege bei fast 40 Millionen Euro, so Polizei und Zoll. Den sechs Männern und zwei Frauen drohen als mutmaßliche Haupttäter nun Haftstrafen von bis zu zehn Jahren

Durch organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe entstünden Millionenschäden, sagte der Hauptzollamts-Sprecher. Vor zwei Jahren war in Hessen ein Ring aus Schwarzarbeitsfirmen aufgeflogen, der jahrelang Steuern und Sozialabgaben in Millionenhöhe hinterzogen haben soll.

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erklärte gegenüber der „Rheinischen Post“: "Es ist gut, dass die Behörden konsequent gegen die organisierte Schwarzarbeit vorgehen." Der Schaden, den illegale Beschäftigung verursache, sei immens. "Alleine in NRW hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Zollverwaltung (FKS) für das erste Halbjahr 2017 eine Schadenssumme von mehr als 100 Millionen Euro festgestellt", sagte Laumann. Das Geld fehle etwa für die Finanzierung von Kitas und Schulen. Laumann: "Außerdem darf keiner auf dem Rücken der Beschäftigten und der ehrlichen Konkurrenz seine Geschäfte machen." Es gelte, auch Betriebe zu schützen, die für saubere Arbeit stünden.

Schwarzarbeit in Zahlen

Im Kampf gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung stellen die Behörden Verstöße nicht immer in einer Razzia fest. Die neusten Zahlen der Generalzolldirektion in Bonn für das Jahr 2016:

  • 40.374 Arbeitgeber überprüft
  • 107.080 Strafverfahren abgeschlossen
  • 45.783 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten abgeschlossen
  • 48,7 Millionen Euro Bußgelder
  • 34,1 Millionen Geldstrafen von Urteilen und Strafbefehlen
  • 1.732 Jahre an erwirkten Freiheitsstrafen

Quellen: WDR 30.01.18/RP 31.01.18

 

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