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Kranbesetzung in Düsseldorf: Rumänische Bauarbeiter erhalten jetzt ihr Geld!

Kranbesetzung in Düsseldorf: Rumänische Bauarbeiter erhalten jetzt ihr Geld!

Die acht rumänischen Bauarbeiter nach den erfolgreichen Verhandlungen - Holger Vermeer, IG BAU (3.v.r.) und Catalina Guia, Beratungsstelle (4.v.r.) Bild: IG BAU
Die acht rumänischen Bauarbeiter nach den erfolgreichen Verhandlungen - Holger Vermeer, IG BAU (3.v.r.) und Catalina Guia, Beratungsstelle (4.v.r.) Bild: IG BAU

Eine spektakuläre Baukranbesetzung hatte am vergangenen Freitag in Düsseldorf für Schlagzeilen gesorgt. Aus Verzweiflung über nichtgezahlte Löhne drohten acht rumänische Bauarbeiter in die Tiefe zu springen. Nach einer Woche Verhandlungen erhielten sie jetzt kurz vor Weihnachten endlich ihr Geld.

Freitag, den 15. Dezember 2017 - Es ist kurz vor 17:00 Uhr,  als Vertreter der IG BAU Rheinland und der Beratungsstelle Düsseldorf des Projektes „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ zur Unterstützung bei einer Notsituation auf eine Baustelle in Düsseldorf gebeten werden.  Etwa um 8 Uhr haben acht rumänische Bauarbeiter einen Kran auf einer Baustelle in Derendorf besetzt. Das Bauprojekt „Wohnpark La Vie – Schwannstraße“ umfasst 180 moderne Mietwohnungen im Auftrag der STRABAG Real Estate GmbH.

Die Rumänen arbeiteten seit dem  08. November 2017 in einer Subunternehmerkette auf der Baustelle. Seitdem haben sie von der Firma Acquis, bei der sie beschäftigt waren, pro Person lediglich 500 Euro die in die Hand gedrückt  bekommen. Insgesamt wurden bis zum 15. Dezember 2017 nur 4.000 Euro an alle Kollegen gezahlt. Daher beschließt die fast verhungerte Gruppe von Bauarbeitern, anderweitig zu handeln und startet ihre spektakuläre Aktion, um ihrer Geldforderung Nachdruck zu verleihen.

Um 23:00 Uhr, nach stundenlangen Gesprächen beenden die Bauarbeiter ihre Aktion, nachdem ihnen weitere Gespräche über ihre Forderungen zugesagt worden sind. Der Generalunternehmer „Züblin“ hat zugesagt,  für die Auszahlung während der vierten Adventswoche zu sorgen und die acht Rumänen  bekamen zumindest etwas Geld für das Essen am Wochenende.

Dienstag, den 19. Dezember 2017 – Um 14:00 Uhr ist die Frist für eine weitere Zahlung vorbei. Vor dem Tor des Baugeländes  an der Ecke Kennedydamm/Roßstraße warten wieder die Rumänen ungeduldig auf ihr Geld. Vertreter von Züblin AG, Hufer-Neues Bauen GmbH und Aquis  Bauunternehmung  GmbH zahlen weitere 300 Euro pro Person aus. Das reicht aber nicht und entspricht den erbrachten Arbeitsleistungen von 700 Stunden auch nicht. Danach stehen den Rumänen noch Lohnzahlungen von 8.400 Euro zu. Es wurde vereinbart, die Gespräche am Donnerstag fortzusetzen.

Donnerstag, den 21. Dezember 2017 – Erst nach 15:00 Uhr konnten die Beteiligten einen Kompromiss schließen und die Löhne für die sechs Wochen Arbeit wurden vollständig an die acht Bauarbeiter bezahlt.  Insgesamt 14.000 Euro haben sie jetzt für die sechs Wochen Arbeit erhalten.

„Es ist hervorzuheben“, so Holger Vermeer, Regionalleiter Rheinland der IG BAU, „dass solche Vorgänge in der Bauindustrie leider üblich sind. Die Weihnachtszeit mildert nicht die Notsituation osteuropäischer Bauarbeiter.“ Besonders in dieser Zeit ist es insbesondere für diejenigen Beschäftigten, die eine Familie zu versorgen haben, umso wichtiger, dass sie ihr Geld erhalten. Es komme immer wieder vor, dass Nachunternehmer die Zahlungen nicht an die Beschäftigten weiterleiten.

Quelle: IG BAU Rheinland – Projekt „Arbeiternehmerfreizügigkeit fair gestalten“ Beratungsstelle Düsseldorf

 

 

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