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Mindestlohn wirkt vor allem bei niedrigen Tarifgehältern

Mindestlohn wirkt vor allem bei niedrigen Tarifgehältern

Die unteren Tarifgruppe im Gastgewerbe haben besonders vom Mindestlohn profitiert. Bild: Michel Koczy
Die unteren Tarifgruppen im Gastgewerbe haben besonders vom Mindestlohn profitiert. Bild: Michel Koczy

Der 2015 eingeführte gesetzliche Mindestlohn hat vor allem dort gewirkt, wo viele Arbeitnehmer relativ schlecht bezahlt werden: in den Niedriglohnbranchen. Die gesetzliche Untergrenze von anfangs 8,50 Euro führte dem Statistischen Bundesamt zufolge bis Juni 2017 beispielsweise dazu, dass die Gehälter in den unteren Tarifgruppen des Gastgewerbes deutlich angestiegen sind. In der Branche verringerte sich der Abstand zu den höchsten Gehältern um 7,2 Prozent.

Das Gastgewerbe zählt zu den wenigen Branchen, in denen Tarifverträge vor Einführung des Mindestlohns noch Verdienstgruppen unter 8,50 Euro vorsahen. Die Spreizung der Tariflöhne ist in den Niedriglohnbranchen geringer als anderswo. In Niedriglohnbranchen beträgt der Faktor im Schnitt nur das 2,4-Fache, in der Gesamtwirtschaft das Dreifache.

Trotz dieses positiven Effektes werden in Niedriglohnbranchen immer wieder Verstöße gegen den Mindestlohn festgestellt. Gerade in schwer kontrollierbaren Branchen wie dem Taxigewerbe, dem Bau oder der Gastronomie werde nach Einschätzung der Gewerkschaften immer wieder unterhalb der Mindestlohngrenze gezahlt. Deshalb fordert z.B. der DGB umfassende personelle Verstärkungen bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und schärfere Kontrollen in den Problembranchen.

Quelle: Spiegel online

 

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