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Nach real-Tarifflucht: ver.di fordert Tarifverhandlungen für die 34.000 Beschäftigten

Nach real-Tarifflucht: ver.di fordert Tarifverhandlungen für die 34.000 Beschäftigten

Nach der Tarifflucht des SB-Warenhauses Real hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) das Unternehmen zu Tarifverhandlungen für die derzeit 34.000 Beschäftigten aufgefordert. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Tarifkommission der Gewerkschaft am vergangenen Freitag in Düsseldorf. Mit den Verhandlungen will ver.di bereits zum Zeitpunkt des Betriebsübergangs für alle Beschäftigten von Real zur Metro Services GmbH einheitliche Beschäftigungsbedingungen mit entsprechenden Tarifverträgen mit der Mehrheitsgewerkschaft sicherstellen. So könnten unnötige Auseinandersetzungen sowohl aufgrund juristischer Fragestellungen als auch Arbeitskampfmaßnahmen verhindert werden, so ver.di. Grundlage für die Tarifverhandlungen soll der Flächentarifvertrag der Gewerkschaft ver.di sein.

Zuvor hatte die Real-Geschäftsführung per Aushang zugesagt, dass für alle Real Beschäftigten der ver.di Tarifvertrag gelte und einen Bestandschutz garantiert. Das Unternehmen wollte ursprünglich mit dem Betriebsübergang zur Metro Services GmbH aus der Tarifbindung aussteigen und mit der Pseudogewerkschaft DHV einen neuen Tarifvertrag abschließen, der deutlich schlechtere Konditionen für die Beschäftigten beinhaltet hätte. Dieser Plan ist gescheitert.

„Gesamtzusage zum Bestandsschutz“ sei kein Vertrag, so die Gewerkschaft ver.di. „Wer es mit den Beschäftigten ernst meint, kann auch einen rechtsgültigen Tarifvertrag für sie abschließen“, erklärte das für den Handel zuständige ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „Ein Geschäftsmodell, das auf dauerhafte Absenkung der Löhne und Gehälter aufbaut, löst die Probleme des SB-Warenhauses Real nicht“, so Nutzenberger weiter. Real/Metro versuche sich derzeit, „durch Tarifflucht seiner Verantwortung zu entziehen“.

Zuvor hatte der Konzern in Verhandlungen mit ver.di eine bis zu 40prozentige Absenkung der Löhne und Gehälter der Beschäftigten gefordert. „Bei einem Monatsverdienst einer vollbeschäftigten Verkäuferin von rund 2.500 Euro brutto nach sechs Jahren im Beruf führt die von real geforderte Absenkung direkt in die Altersarmut“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer. „Die Beschäftigten werden nicht die Managementfehler der Vergangenheit durch eine horrende Kürzung ihrer Gehälter bezahlen“, erklärte Stefanie Nutzenberger.

Die Tarifkommission sei sich ihrer Verantwortung für die Arbeitsplätze bei real bewusst, heißt es. „Deshalb ist für uns ein nachhaltiges Konzept des SB-Warenhauses zentral, damit das Unternehmen am Markt eine Zukunft hat. Die Illusion, durch Personalkosteneinsparung mehr Umsatz zu machen, ist allerdings eine Milchmädchenrechnung“, erklärte Nutzenberger.

Quelle: ver.di BV

 

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