Schnellzugriff

Pilot Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie

Pilot Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie

In der Metall- und Elektroindustrie hat es einen Pilot Tarifabschluss in Baden-Württemberg gegeben. Bild: Joe Kramer
In der Metall- und Elektroindustrie hat es einen Pilot Tarifabschluss in Baden-Württemberg gegeben. Bild: Joe Kramer

Nach langwierigen Verhandlungen bis spät in die Nacht wurde am Montag (05.02.2018) in Stuttgart doch noch ein Tarifabschluss für die 900.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg erzielt. Davon werden möglicherweise auch die 700.000 NRW Beschäftigten profitieren. Das Entgelt soll ab April 2018 um 4,3 Prozent erhöht werden. Zudem wurde vereinbart, dass Mitarbeiter künftig ihre Arbeitszeit für die Dauer von zwei Jahren auf 28 Stunden in der Woche reduzieren können.

Übernahme für NRW erwünscht

Der Tarifabschluss gilt als Pilot-Entscheidung und soll auch Signalwirkung auf andere Bezirke haben. Was bedeutet das für die 700.000 Mitarbeiter der Metall- und Elektroindustrie in NRW? "Auch wir müssen jetzt die Tarifverhandlungen mit unseren Arbeitgebern abschließen", so Wolfgang Nettelstroth, Sprecher der IG Metall NRW. Schon in der kommenden Woche am Aschermittwoch (14.02.2018) in Düsseldorf wolle man zur nächsten Verhandlungsrunde zusammenkommen.

"Wir streben an, die Ergebnisse aus Baden-Württemberg auch für NRW zu übernehmen, aber das ist kein Automatismus", so Nettelstroth. "Das ist ein sehr komplexer Tarifvertrag mit vielen Einzelaspekten. Da müssen sich beide Seiten zunächst einmal sehr genau alle Details ansehen."

Arbeitgeber: Vorteile für beide Seiten

Auch der Chef der NRW-Metallarbeitgeber, Arndt Kirchhoff, kann sich gut vorstellen, dass das Ergebnis der Tarifverhandlungen im Kern auch für NRW übernommen wird. Der Attendorner Unternehmern sagte dem WDR, der Mix aus Lohnerhöhung, Einmalzahlungen und der Flexibilisierung der Arbeitszeit mit Vorteilen für beide Seiten sei richtig.

Die wichtigsten Punkte des Tarifvertrags, der bis zum 31. März 2020 läuft:

  • Die rund 900.000 Beschäftigten in Baden-Württemberg erhalten ab April 4,3 Prozent mehr Geld.
  • Für die Monate Januar bis März 2018 gibt es für die Arbeitnehmer eine Einmalzahlung von 100 Euro. 2019 erhalten sie zudem einen Festbetrag von 400 Euro sowie ein neues tarifliches Zusatzgeld von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens.
  • Ab 2019 haben alle Vollzeit-Beschäftigten einen individuellen Anspruch auf eine verkürzte Vollzeit von bis zu 28 Wochenstunden für maximal zwei Jahre. Beschäftigte mit familiären Verpflichtungen oder beruflichen Belastungen wie Schichtarbeit können außerdem das neue tarifliche Zusatzgeld in freie Tage umwandeln und so von zusätzlicher Freizeit profitieren.
  • Außerdem sieht der neue Tarifvertrag Regelungen vor, der es vielen Betrieben erlaubt, mit deutlich mehr Beschäftigten als heute 40-Stunden-Verträge abzuschließen.

Der Abschluss im größten deutschen Industriezweig hat auch Signalcharakter für andere Branchen. In diesem Jahr stehen noch Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst, der Chemie-Industrie, dem Bauhauptgewerbe sowie bei Post, Bahn und Telekom an. Der Haustarifvertrag von Volkswagen entspricht in der Regel dem Metall- und Elektroabschluss.

Quellen: WDR/Spiegel-online

 

Zurück