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real,-: Tarifverhandlungen bleiben ohne Ergebnis

real,-: Tarifverhandlungen bleiben ohne Ergebnis

Die Tarifverhandlungen für die 34.000 Beschäftigten des SB-Warenhauses real,- sind ohne Ergebnis auf den 6. März vertagt worden. Der von der Arbeitgeberseite vorgelegte Entwurf für eine neue Entgeltstruktur wurde von der Arbeitnehmerseite abgelehnt. Auch wenn der Vorschlag eine Besitzstandswahrung für die zurzeit Beschäftigten beinhaltet, sollen die Entgelte dauerhaft um bis zu 30 Prozent abgesenkt werden. Für Neueingestellte würde diese Absenkung sofort wirken.

Die ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer erklärte nach den Verhandlungen in Düsseldorf: „Die real-Geschäftsführung will offensichtlich keine Einigung, sondern sucht eine Begründung, um aus dem bestehenden Zukunftstarifvertrag auszusteigen.“ Die Vorlage sei ein Vertrag, „bei dem die Belegschaft auf der Strecke bleibt“. Verdiene eine Verkäuferin nach dem derzeitigen Tarifvertrag 2.579 Euro brutto pro Monat, so solle sie nach den Vorstellungen von real,- zukünftig nur noch 1.900 Euro brutto verdienen. „Selbst, wenn die Kolleginnen und Kollegen 45 Jahre Vollzeit ohne Unterbrechung mit dem angestrebten Gehalt arbeiten, landen sie in der Grundsicherung. Geplante Altersarmut für die real-Beschäftigten ist das Gegenteil von Wertschätzung“, so Zimmer.

Zukunftssicherung sieht anders aus

2015 war real,- aus dem Flächentarifvertrag ausgestiegen und hatte mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di einen sog. „Zukunftstarifvertrag“ abgeschlossen. Der Vertrag beinhaltet eine Bestandgarantie für die überwiegende Mehrzahl der Märkte aber auch erhebliche materielle Einbußen für die Beschäftigten. Beide Seiten haben sich verpflichtet, bis März 2018 über eine neue Entgeltstruktur zu verhandeln. An diesem Punkt herrscht nach wie vor der größte Dissens. Ver.di will einen Tarifvertrag, der eins zu eins auf die Fläche übertragen und für allgemeinverbindlich erklärt werden kann. Real,- drängt auf eine Entgeltstruktur, die nur für die eigene Belegschaft gilt. Das wiederum ist für ver.di inakzeptabel. Für die Gewerkschaft ist klar: wie auch immer ein Verhandlungsergebnis bei real,- aussieht, es dient in jedem Fall als Blaupause, an dem sich der Rest der Branche orientiert. Nach Ansicht von ver.di sind die Beschäftigten mit dem „Zukunftstarifvertrag“ bereits deutlich in Vorleistung gegangen. Die Gewerkschaft kritisiert, dass das Unternehmen die geplanten Investitionen in neue Konzepte aber nicht durchgeführt hat. Von den ursprünglich bis zu 30 geplanten Flagship-Märkten nach Vorbild der Krefelder Markthallen ist einer umgesetzt worden, zwei sind in Planung. Die in dem Tarifvertrag zugesagten Investitionen in die Zukunft der Märkte würden zwar getätigt, flössen aber anstatt in neue Konzepte größtenteils in Instandhaltungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Dachsanierungen, Kühlanlagen und neue LED-Technologien. Zukunftssicherung, so ver.di, sieht anders aus.

Bleiben die Verhandlungen ergebnislos, können beide Seiten den „Zukunftstarifvertrag“ kündigen. Dann kehrt real,- in den Flächentarif zurück und muss wieder alle tariflichen Leistungen für die Beschäftigten erbringen. Für diesen Fall hat das Unternehmen Standortschließungen nicht mehr ausgeschlossen, weil die Bestandgarantie dann hinfällig ist.

Quelle: Ver.di BV

 

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