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Tarifstreit: REAL bricht die Verhandlungen ab

Tarifstreit: REAL bricht die Verhandlungen ab

Unmittelbar vor der neunten Runde, die für den 28. März vereinbart war, hat die REAL-Geschäftsführung die Verhandlungen mit ver.di über eine neue Tarifstruktur abgebrochen. Dies wurde der Tarifkommission am Vorabend mitgeteilt. ver.di kritisiert diesen Schritt als hochgradig verantwortungslos. Offenbar ist der Arbeitgeberseite ein tariflich garantierter Schutz der 34.000 Beschäftigten, die auf existenzsichernde Arbeits- und Lebensbedingungen dringend angewiesen sind, völlig egal, erklärte die Gewerkschaft in einer ersten Stellungnahme.

Ver.di hat sich in den vergangenen Wochen und Tagen nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Tarifkommission sehr intensiv darum bemüht, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen und eine Lösung im Interesse der Beschäftigten zu finden. Bei zwei Treffen/Telefonkonferenzen war der Arbeitgeberseite u.a. vorgeschlagen worden, den bestehenden Zukunftstarifvertrag zu verlängern und dadurch Zeit für weitere Verhandlungen zu gewinnen. Das war von der Arbeitgeberseite abgelehnt worden.

Bei den vorangegangenen Verhandlungsrunden war deutlich geworden, dass die Positionen beider Seiten weit auseinander liegen. Die Arbeitgeberseite hatte vorgeschlagen, die Tarifstruktur für neue Beschäftigte grundlegend zu ändern. Ver.di strebte den Abschluss einer neuen Entgeltordnung an, die auch auf die Fläche übertragen werden kann. Eine dauerhafte Absenkung der Löhne und Gehälter um bis zu 40 Prozent war für die Gewerkschaft aber nicht verhandelbar.

Gleichzeitig mit dem Abbruch der Verhandlungen kündigte das Management des SB Warenhauses an, dass REAL mit einem anderen Arbeitgeberverband (AHD) und einer anderen Gewerkschaft dauerhaft abgesenkte Löhne und Gehälter vereinbaren und dazu eine gesellschaftsrechtliche Umgliederung vornehmen wird.

Ver.di sieht darin einen gezielten Eingriff in den Flächentarif und damit auf alle Beschäftigte im Handel und hat erbitterten Widerstand gegen die Pläne der REAL Unternehmensleitung angekündigt. Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass schon jetzt die Verdienste im Handel für ein auskömmliches Leben im Alter zu gering sind. Nach 45 Jahren Vollzeit – was selten genug vorkomme – erhält eine Verkäuferin nach ver.di Angaben nur rund 1.200 Euro Rente im Monat.

Es zeichnet sich also ab, dass sich die Situation bei REAL in den nächsten Wochen und Monaten weiter zuspitzen wird.

 

 

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