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Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: Nordrhein-Westfalen stärkt den staatlichen Arbeitsschutz

Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: Nordrhein-Westfalen stärkt den staatlichen Arbeitsschutz

Das Land NRW stellt in diesem Jahr 50 zusätzliche Arbeitsschützer ein. Bild: Joe Kramer
Das Land NRW stellt in diesem Jahr 50 zusätzliche Arbeitsschützer ein. Bild: Joe Kramer

Jedes Jahr gibt es in Nordrhein-Westfalen rund 235.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Trotz aller technischen Entwicklungen und verschärften Sicherheitsregeln kommt im Land immer noch im Schnitt ein Mensch pro Woche durch einen Unfall bei der Arbeit ums Leben. Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hat daher den „Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ am Samstag zum Anlass genommen, die Einstellung 50 zusätzlicher staatlicher Arbeitsschützer anzukündigen: „Ein leistungsfähiger Arbeitsschutz, der die Betriebe unterstützt, aber auch Verstöße konsequent abstellt und ahndet, ist heute wichtiger denn je.“

Das Land werde daher noch in diesem Jahr 50 zusätzliche Gewerbeaufsichtsbeamte in den Vorbereitungsdienst einstellen. Das entspricht rund 10 Prozent der heutigen tätigen Aufsichtsbeamten. Im Jahr 2019 sollen weitere Stellen folgen. „Das ist ein starkes Signal, dass NRW für die Zukunft auf einen leistungsfähigen staatlichen Arbeitsschutz und damit einen wirksamen Schutz von Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit setzt“, so der Minister.

Laumann weist darauf hin, dass die Digitalisierung und die Globalisierung zu ganz neuen Belastungen für die Beschäftigten führen. „Deshalb müssen Unternehmen sich noch viel stärker darum kümmern, dass die Gesundheit und damit die Arbeitsfähigkeit der Menschen möglichst lange erhalten bleiben. Wir spüren schon heute einen massiven Fachkräftemangel. Konsequenter Arbeitsschutz nützt daher den Menschen aber auch den Betrieben“, so das Fazit des Ministers.

Hintergrund

In Nordrhein-Westfalen wird die Aufgabe des staatlichen Arbeitsschutzes seit 2007 von den fünf Bezirksregierungen wahrgenommen. Neben der Kontrolle von Betrieben und Baustellen vor allem nach Beschwerden und Unfällen etc. zählen u.a. auch Genehmigungsverfahren und Überprüfungen in den Bereichen Strahlenschutz, Produktsicherheit oder Chemikalienrecht zu den Aufgaben der staatlichen Behörden. Aber auch die Einhaltung der Vorschriften zum Mutterschutz, zu den Arbeitszeitregelungen und dem Sonntagsarbeitsverbot werden staatlich überwacht.

Zahlen und Fakten zum Arbeitsschutz in Nordrhein-Westfalen:

  • Anzahl der Betriebe mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Zuständigkeitsbereich der staatlichen Arbeitsschutzverwaltung NRW (statistische Erfassung ohne Land-/Forstwirtschaft, Privathaushalte und öffentliche Verwaltung): 398.783
  • Anzahl der Beschäftigten in den Betrieben im Zuständigkeitsbereich der staatlichen Arbeitsschutzverwaltung NRW (Quelle: Bundesstatistik): rd. 8,4 Mio. (davon 6,4 Mio. sozialversicherungspflichtig beschäftigt)
  • Unfälle und Berufserkrankungen(Quelle: Bundesstatistik):

           - Meldepflichtige Arbeitsunfälle insgesamt: 236.792

           - Tödliche Arbeitsunfälle 2016: 84 (geringster Wert der letzten 10 Jahre)

           - Zusätzlich Wegeunfälle auf dem Weg zur Arbeit: 58

            - Anerkannte Berufskrankheiten 2016: 5963

            - Todesfälle durch Berufskrankheiten 2016: 956

  • Beschäftigte bei den staatlichen Arbeitsschutzbehörden NRW: 722, davon ca. 520 „Aufsichtsbeamte“ (Stand 30.6.2017)
  • Beschäftigte im NRW Arbeitsschutz werden durch einen anderthalb- bis zweijährigen Vorbereitungsdienst zu „Gewerbeaufsichtsbeamten“ qualifiziert. Zugangsvoraussetzung für die Einstellung sind je nach Laufbahngruppe entweder eine Berufsausbildung mit einem Meisterabschluss oder ein Bachelor-/Masterabschluss bzw. entsprechende Qualifikationen. Eingestellt werden sowohl Bewerber aus technischen Berufen, aber auch mit anderen Ausbildungsschwerpunkten (Sozial-Psychologie, Biologie, Sozialwissenschaften, Gesundheitsberufe).

    Weitere Informationen zum Arbeitsschutz findet man unter: www.mags.nrw/arbeitsschutz oder beim Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW: www.lia.nrw.de

Quelle: MAGS NRW

 

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