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Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entgeltgleichheit: NRW testet im Kreis Unna zwei Verfahren zur Prüfung der Entgeltpraxis

Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entgeltgleichheit: NRW testet im Kreis Unna zwei Verfahren zur Prüfung der Entgeltpraxis

Das Ziel der Entgeltgleichheit ist im Koalitionsvertrag der Landesregierung verankert und Bestandteil der Initiative „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“. Vor diesem Hintergrund wurde die Beratungsgesellschaft Kienbaum damit beauftragt, zwei für die Privatwirtschaft entwickelte Instrumente zur Analyse der Entgeltpraxis (Logib-D und eg-check) auf ihre Tauglichkeit für den öffentlichen Dienst hin zu überprüfen. Der Kreis Unna, für den die Analyse eine wertvolle Chance war, die eigenen Entgeltstrukturen und die Entlohnungspraxis zu überprüfen, bot sich als Partner für die modellhafte Überprüfung an. Mit der Überprüfung kommt die Landesregierung auch einem entsprechenden Auftrag des nordrhein-westfälischen Landtags nach.

Zur Vorstellung der Ergebnisse hatte der Kreis Unna am 5. Februar 2016 in die Kreisverwaltung Unna eingeladen. Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna, und Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales, begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, Regionalagenturen, Gewerkschaft, Politik, Kirche, Wirtschaft und der Wissenschaft aus ganz NRW.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz, der in seiner Key Note Speech auf die vielfältigen Ursachen für Entgeltungleichheit einging.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung von Kienbaum ist, dass die beiden Instrumente sich hinsichtlich der Zielsetzung und dem Analysefokus unterscheiden, aber beide grundsätzlich auch im öffentlichen Dienst angewendet werden können. Das Instrument eg-check mit verschiedenen Analyse-Tools liefert eher qualitative Ergebnisse über die einzelnen Entgeltbestandteile; gleiche und gleichwertige Arbeit und unterschiedliche Diskriminierungspotentiale können geprüft werden und die Ergebnisse sind eine gute Basis für Diskussionen und Sensibilisierung. Logib-D erfordert einen größeren Aufwand bei der Datenerhebung; die Auswertung in Form einer aggregierten Zahl ist jedoch einfacher zu interpretieren und ermöglicht ein Benchmarking. Die Analyse der Entgeltpraxis mit beiden Instrumenten ergab unter anderem, dass der Frauenanteil mit der Besoldungsstufe/Entgeltstufe abnimmt und mehr als die Hälfte der weiblichen Beschäftigten in Teilzeit arbeiten. Arbeitsbewertungen werden von den Tarifvertragsparteien ausgehandelt. Hier besteht für die Kommune nach den Tarifverhandlungen kein Handlungsspielraum mehr. Die bereinigte Entgeltlücke liegt im Kreis bei 4%.

Auf dem Podium diskutierten im Anschluss Minister Rainer Schmeltzer, Landrat Michael Makiolla, Herr Dr. Jur. Bernhard Langenbrinck (Hauptgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes NRW), Frau Stefanie Baranski-Müller (Bezirks-Frauen-Sekretärin DGB) und Herr Nikolaj Bøggild (Director/Mitglied der Geschäftsleitung Kienbaum Management Consultants GmbH) über die Ergebnisse der Untersuchung und den Umgang damit.

Hilfreich zur Verringerung von Entgeltungleichheit könnten sowohl die qualitativen Ergebnisse von eg-check wie auch eine vergleichbare Zahl als Ergebnis von Logib-D sein.
Der Kreis Unna und das Arbeitsministerium wollen mit den Ergebnissen der Untersuchung weiter arbeiten und empfehlen auch anderen die Instrumente anzuwenden. Die Tarifpartner behalten das Thema Arbeitsbewertungen weiter auf der Agenda.

Link Pressemitteilung Kreis Unna: http://www.kreis-unna.de/nachrichten/newsdetail.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=6600&cHash=1ca2223b02034d1e58ac8941be0024f2

Link Pressemitteilung MAIS: https://www.mais.nrw/pressemitteilung/minister-schmeltzer-gleichen-lohn-fuer-gleiche-arbeit-durchsetzen

Link Download Kienbaum Studie: https://www.mais.nrw/sites/default/files/asset/document/arbeit_endbericht_modellhafte_ueberpruefung_der_
entgeltpraxis_einer_behoerde.pdf

 

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