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Botschafter/innen

Botschafter/innen der Initiative "Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb"

Die Botschafter/innen der Initiative "Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb" helfen, NRW zum Land der fairen Arbeit zu machen. Die Botschafter/innen sprechen sich für die Ziele der Initiative aus und unterstützen die Maßnahmen.

Statements der Botschafter/innen zum gesetzlichen Mindestlohn finden Sie hier:

 

Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - (ehemaliges MdB, 1998-2013) Christel Humme

Foto Christel Humme

Frauen wollen finanziell unabhängig sein und Familie haben. Männer wünschen sich ebenfalls eine Frau, die auf eigenen Beinen steht, so das Ergebnis der aktuellen Studie „Frauen auf dem Sprung – das Update 2013“. Die Rahmenbedingungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt machen es aber vielen Männern und vor allem Frauen schwer, diesen Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verwirklichen. Darüberhinaus, alleinerziehende Frauen sind besonders von Armut betroffen. Denn der deutsche Arbeitsmarkt ist immer noch tief gespalten: in einen männlichen und einen weiblichen. Frauen arbeiten überwiegend in Teilzeit, in Befristung, in Minijobs und erhaltenen durchschnittlich 22 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen.

Seit über 100 Jahren streiten Frauen bereits für ihr Recht auf gleichen Lohn bei gleicher und gleichwertiger Arbeit. Freiwillig hat sich bis jetzt nichts geändert. Wir brauchen daher dringend gesetzliche Regelungen, die Frauen faire Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen und ihnen ihr Recht auf gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit geben. Ein erster wichtiger Schritt ist die längst überfällige Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro und ein Entgeltgleichheitsgesetz. Zu fairen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zählt auch eine Reform der Minijobs zur Eindämmung von Missbrauch und als Weg aus der Armutsfalle. Zwei Drittel aller Minijob-Beschäftigten sind weiblich. Eine aktuelle Studie hat den hohen Klebeeffekt (von insbesondere verheirateten Frauen) im Minijob bestätigt. Als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt sind Minijobs gescheitert. Auch darf Teilzeit keine Falle sein. Rechtliche Regelungen, die ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit ermöglichen sind notwendig.

Um diese Ziele zu erreichen, unterstütze ich sehr gerne die Initiative „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“ und freue mich als Botschafterin dabei zu sein.

 

Hauptgeschäftsführer des Deutschen-Journalistenverbandes e.V. (DJV) Karl-Josef Döhring

Bild von Karl-Josef Döhring

Die Demokratie braucht guten Journalismus - gute Journalisten brauchen faire Arbeitsbedingungen. Damit die Medien ihre Rolle als vierte Gewalt und Schmierstoff der demokratischen Gesellschaft weiter überzeugend ausfüllen können, müssen angestellte und freiberuflich tätige Journalisten unter Bedingungen arbeiten, die ihre Unabhängigkeit sicherstellen. Nur dann bleiben sie glaubwürdig dafür, objektiv zu berichten. Deshalb engagiere ich mich für faire Arbeit und fairen Wettbewerb (in NRW)!

NRW war und ist ein Land mit großer Medienvielfalt. In den letzten Jahren sind allerdings viele Arbeitsplätze in Redaktionen gestrichen oder durch prekäre Beschäftigungen ersetzt worden. Weniger Journalisten und  weniger Zeitungstitel verbreiten weniger Information und weniger Meinungen. Das ist eine Gefahr für die Bürger in NRW, die sich aus einem umfassenden Spektrum ihre eigene Meinung bilden wollen.

Auch arbeitnehmerähnlich tätige Journalisten, die so genannten „festen Freien“, haben Anspruch auf angemessene Honorare und auf darüber hinaus gehende soziale Leistungen ihrer Auftraggeber, damit sie unabhängig arbeiten können.

Alle Medienunternehmer müssen gerade in Zeiten der Transformation des klassischen Geschäftsmodells in das digitale Zeitalter anerkennen, dass sie auch zukünftig nicht ohne die Journalistinnen und Journalisten gutes Geld verdienen werden. Denn was wäre eine Zeitung, was wäre ein Online-Portal ohne journalistisch recherchierte und produzierte Texte, Bilder und Filme?

 

Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler Heinrich Schafmeister

Heinrich Schafmeister

Als Schauspieler weiss ich, was prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind. Viele von uns, auch sehr bekannte und erfahrene Schauspieler, arbeiten mit unsicherer Perspektive und sehr unsicherem Einkommen. Wir sind quasi die Prototypen des Prekariats. Und diese unsicheren Beschäftigungsverhältnisse greifen mittlerweile in immer mehr Berufssparten. Sie erreichen alle Qualifikationsniveaus. Das muss sich ändern. Deshalb engagiere ich mich für den gesetzlichen Mindestlohn und eine stärkere Regulierung von Leiharbeit und Minijobs – also für faire Arbeit. Der Bundesverband der Film – und Fernsehschauspieler, in dem ich mich engagiere, steht hinter diesen Forderungen.

 

DGB Landesvorsitzender NRW Andreas Meyer-Lauber

Andreas Meyer-Lauber, DGB Landesvorsitzender NRW

Unsichere und schlecht bezahlte Beschäftigungsverhältnisse sind in Nordrhein-Westfalen ein ernsthaftes Problem. Unfreiwillige Teilzeit, Minijobs und Leiharbeit sind auf dem Vormarsch, gleichzeitig sinkt in vielen Branchen die Tarifbindung. Es ist gut, dass die Landesregierung dieses Problem erkannt hat und sich für faire Arbeit stark machen will. Die Tarifbindung muss ausgedehnt und mehr Tarifverträge müssen allgemeinverbindlich erklärt werden. Wir brauchen einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde und Equal pay in der Leiharbeit. Minijobs müssen grundlegend reformiert und ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig werden. Sachgrundlose Befristungen schaden vor allem Berufseinsteigern und gehören abgeschafft. Kurzum: Wir brauchen eine Neuordnung der Arbeitswelt. Wir erwarten, dass die Landesregierung die Mehrheit der A-Länder im Bundesrat nutzt, um sich für gute Arbeit in Nordrhein-Westfalen einzusetzen.“

 

Unternehmer aus Arnsberg Willy Hesse

Willy Hesse von Hesse Dach

Ich engagiere mich für faire Arbeit, weil schlecht bezahlte Jobs und unsichere Arbeitsverträge nicht ins Handwerk gehören. Wir zahlen als Handwerksbetrieb nach Tarif, weil wir Qualitätsarbeit liefern und unsere Mitarbeiter dauerhaft halten wollen. Denn nur dann überleben unsere Betriebe. Missstände entstehen oft da, wo Unternehmen global agieren, wo Arbeit anonym wird. Da werden Subunternehmen verpflichtet, Leiharbeit eingeführt, da wird schlecht bezahlt und den Menschen die Lebensgrundlage entzogen. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden. Denn diese schlechten Beispiele drohen auch unseren guten Ruf als Handwerksbetriebe zu beschädigen. Deshalb unterstütze ich die Landesinitiative von Guntram Schneider "Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb".

 

Vorsitzender der Geschäftsführung der C.D. Wälzholz KG in Hagen Dr. Hans-Toni Junius

Dr. Hans-Toni Junius - C.D. Wälzholz KG

Unser Unternehmen besteht seit 1829 und wird in der sechsten Familiengeneration geführt. Wir beschäftigen Mitarbeiterfamilien zum Teil bereits über fünf Generationen. Unter unseren 70 Auszubildenden sind daher viele, deren Eltern oder Großeltern bei uns gearbeitet haben. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden das Rückgrat unseres Unternehmens – es ist selbstverständlich, dass sie unter guten Arbeitsbedingungen beschäftigt sind, faire Löhne erhalten und dass wir einen fairen Wettbewerb betreiben. Für viele Unternehmen in NRW, die eng mit ihren Beschäftigten und auch den Menschen in der Region verbunden sind, ist soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement eine Selbstverständlichkeit.

Noch etwas liegt mir persönlich sehr am Herzen: Unser Unternehmen engagiert sich besonders für Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf in mehreren Projekten. Mich freut es, dass dieses Thema auch der Landesregierung sehr wichtig ist.

Mit ProIntegration unterstützen wir seit 1982 lernbehinderte Jugendliche in der Gärtnerei, der Schreinerei und im Metallbetrieb und bereiten sie auf den ersten Arbeitsmarkt vor. Viele erreichen dadurch einen ersten Ausbildungsabschluss und bei einer Vermittlungsquote von mehr als 70 Prozent auch einen Arbeitsplatz. Das ist ein Beispiel für gelebte soziale Verantwortung.

 

Radiomoderator und Sportreporter Manfred Breuckmann

Manni Breuckmann

Mein politisches Denken ist von der Frage der sozialen Gerechtigkeit geprägt. Ich habe mich immer gegen soziale Spaltung gewehrt. Und auch heute engagiere ich mich gegen eine Umverteilung von unten nach oben. Ich finde den derzeitigen Anstieg prekärer Beschäftigungsverhältnisse einfach unerträglich. Damit wird die Schere zwischen arm und reich in Deutschland immer größer. Dagegen muss man was tun, nicht nur als Politiker oder Unternehmer, sondern auch als Bürger oder als bekanntes Gesicht, das den Gedanken von sozialer Gerechtigkeit in die Gesellschaft hinein trägt. Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können. Deshalb muss ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn her.