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Gesetzliche Rahmenbedingungen

Was sind Minijobs?

Kette aus Holz mit den Buchstaben Minijobs

Nach dem deutschen Sozialversicherungsrecht sind sogenannte Minijobs geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, bei denen

  • entweder das Arbeitsentgelt regelmäßig 450 Euro / Monat nicht übersteigt (geringfügig entlohnte Beschäftigung) oder
  • die Beschäftigung von vornherein nur von kurzer Dauer ist (kurzfristige Beschäftigung).

Ein Minijob begründet keine eigenständige Absicherung in der Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherung, da nur pauschale Beiträge durch den Arbeitgeber bezahlt werden (Abgabentabelle).

In der gesetzlichen Rentenversicherung hingegen besteht für alle ab dem 01. Januar 2013 aufgenommenen Arbeitsverhältnisse Versicherungspflicht, wenn sich die Minijobberin bzw. der Minijobber nicht von ihr befreien lässt. Das bedeutet: Hier sind auch durch die Beschäftigten Beiträge zu zahlen. Die Minijobberin bzw. der Minijobber erwirbt damit den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Status wie ein vollbeschäftigter Arbeitnehmer, von der Absicherung bei Erwerbsminderung bis hin zu Ansprüchen auf eine medizinische oder berufliche Rehabillitation. Auch die zu erwartende Höhe einer später zu zahlenden Rente steigt.

Alle Minijobber(innen) sind gesetzlich unfallversichert. Die Beiträge zahlt allein der Arbeitgeber. Die Berufsgenossenschaften übernehmen im Falle eines Arbeits- oder Wegeunfalls die Kosten der Heilbehandlung. Anders als bei Allgemeinerkrankungen, deren Behandlungskosten die Krankenkassen übernehmen, gewährt die gesetzliche Unfallversicherung ihre Leistungen ohne Eigenbeteiligung der Versicherten.

Bei Arbeitsverhältnissen in Privathaushalten gelten reduzierte Pauschalbeiträge, zusätzlich ist für sie eine vereinfachte Meldung, das sogenannte Haushaltsscheckverfahren, eingeführt worden.

Im Einzelnen werden die zu entrichtenden Beiträge in der nachfolgenden Abgabentabelle aufgelistet:

 

Abgaben bei Minijobs

2017

450 Euro JobsKurzfristige Beschäftigung
gewerblicher Bereich Privathaushalte gewerblicher Bereich Privathaushalte
Beschäftigte Beitrag zur Rentenversicherung* 3,7% 13,7% nicht möglich nicht möglich
Arbeitgeber

 

Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung 15% 5% keine keine
Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung 13% 5% keine keine

Einheitliche Pauschalsteuer
(auf Wunsch Besteuerung nach individuellen Lohnsteuermerkmalen)

2% 2% individuell beim Finanzamt anfragen individuell beim Finanzamt anfragen
Umlagen nach dem Aufwendungs- ausgleichs- gesetz U1 - Umlage zum Ausgleich der Arbeitgeber- aufwendungen bei Krankheit 0,9 % 0,9 % 0,9 % 0,9 %
U2 - Umlage zum Ausgleich der Arbeitgeber- aufwendungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft 0,3 % 0,3 % 0,3 % 0,3 %
Insolvenzgeldumlage 0,09 % - 0,09 % -
Unfallversicherungsbeitrag individueller Beitrag 1,60% individueller Beitrag 1,60%

* Beschäftige tragen die Differenz des vollen Beitrages zur gesetzlichen Rentenversicherung (aktuell 18,9%) zum Pauschalbeitrag des Arbeitgebers. Der Beitrag ist von min. 175 Euro zu erheben. Auf die Versicherungspflicht kann mit einer schriftlichen Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber verzichtet werden. Der Beitrag ist dann nicht zu zahlen.